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Thomas Rühmann: Der Schauspieler, der eigentlich Journalist werden wollte
Thomas Rühmann ist der deutsche Schauspieler und Musiker, der seit 1998 als Dr. Roland Heilmann in der ARD-Krankenhausserie „In aller Freundschaft“ zu einem der bekanntesten Fernsehgesichter des Landes wurde. Parallel dazu führt der gebürtige Altmärker als künstlerischer Leiter das Theater am Rand in Brandenburg und tritt als Sänger und Gitarrist auf deutschen Bühnen auf. Wer den Namen googelt, sucht meist genau diese drei Facetten: den Serienarzt, den Theatermacher und den Musiker.
Herkunft: Wie aus dem Sohn eines Historikers ein Schauspieler wurde
Geboren wurde er am 11. Mai 1955 in Osterburg in der Altmark, damals noch DDR. Sein Vater Heinrich Rühmann war Schulleiter und Historiker, der sich intensiv mit der Geschichte der Region beschäftigte – ein Umstand, der in Porträts über den Sohn gern übersehen wird. Mit fünf Jahren zog die Familie nach Magdeburg, wo der spätere Schauspieler mit einem Bruder und fünf Schwestern aufwuchs.
Der Plan war zunächst ein völlig anderer: An der Sektion Journalistik der Karl-Marx-Universität Leipzig schrieb er sich ein, um Journalist zu werden. Der Zufall entschied anders. Bei einer Amateurtheateraufführung sprang er für einen erkrankten Kollegen ein – niemand Geringerer als Ulrich Mühe, der Jahre später mit „Das Leben der Anderen“ internationale Anerkennung finden sollte. Dieser spontane Bühnenauftritt weckte eine Leidenschaft, die den Journalistik-Studenten nie wieder losließ.
Die Ausbildung an der Ernst-Busch-Schule
Aus der Theaterbegeisterung wurde eine dreijährige Ausbildung an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ in Berlin. Schon während des Studiums stand er am Berliner Ensemble auf der Bühne – ein früher Beleg für sein Talent, das den Lehrkräften offenbar sofort auffiel.
Zwölf Jahre am Maxim-Gorki-Theater und der Sprung vor die Kamera
1982 nahm er ein festes Engagement am Maxim-Gorki-Theater in Berlin an und blieb dort zwölf Jahre lang Ensemblemitglied. In dieser Zeit gastierte er zusätzlich am Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin sowie am Staatstheater Cottbus. Seine erste Rolle vor laufender Kamera hatte er im Fernsehfilm „Martin Luther“, der seinen Einstieg ins Fernsehgeschäft markierte, ohne dass er die Bühne aufgab.
Ab 1995 entschied er sich für die Freischaffung und konzentrierte sich verstärkt auf Fernsehproduktionen. Es folgten Auftritte in „Stubbe und das Kind“, „Post Mortem“, „Polizeiruf 110″, „Tatort“ und „Plötzlich Millionär“ – ein Werdegang, der ihn Schritt für Schritt einem breiteren Publikum bekannt machte.
| Jahr | Station |
|---|---|
| 1955 | Geboren in Osterburg (Altmark) |
| 1982 | Festes Engagement am Maxim-Gorki-Theater Berlin |
| 1982/83 | TV-Debüt im Fernsehfilm „Martin Luther“ |
| 1995 | Wechsel in die Freischaffung |
| 1998 | Start als Dr. Roland Heilmann in „In aller Freundschaft“; Mitbegründung Theater am Rand |
| 2002 | Auszeichnung mit dem Goldenen Wuschel als beliebtester Serienschauspieler |
Thomas Rühmann als Dr. Roland Heilmann: die Rolle seines Lebens
Seit 1998 verkörpert er den Chefarzt Dr. Roland Heilmann in der MDR-Produktion „In aller Freundschaft“ – mittlerweile über 1.000 Episoden. Die Figur brachte ihm 2002 den Goldenen Wuschel als beliebtesten Serienschauspieler ein und machte ihn deutschlandweit zu einem festen Bestandteil des Dienstagabend-Programms in der ARD. Bemerkenswert dabei: Trotz der jahrzehntelangen Bindung an eine einzige Rolle hat er sich nie vollständig auf das Serienformat reduzieren lassen.
Theater am Rand: die zweite künstlerische Heimat
Parallel zum Fernseherfolg gründete er 1998 gemeinsam mit dem Akkordeonisten Tobias Morgenstern das Theater am Rand im brandenburgischen Zollbrücke. Als künstlerischer Leiter und Darsteller entwickelt er dort Produktionen, die Musik und Literatur eng miteinander verweben – ein Kontrastprogramm zum Massenmedium Fernsehen, das ihm offenbar ebenso wichtig ist wie die Serienarbeit.
Musiker mit Gitarre und markanter Stimme
Neben Schauspiel und Theaterleitung tritt er als Sänger und Gitarrist auf, sowohl solo als auch in Kooperationsprogrammen. Zu seinem musikalischen Repertoire zählen Vertonungen von Texten Hans-Eckardt Wenzels, das literarisch-musikalische Programm „Die Entdeckung der Langsamkeit“ sowie Hommagen an Neil Young. Sein Bruder Martin Rühmann, ebenfalls Musiker, begleitet ihn regelmäßig bei gemeinsamen Auftritten.
Privates: Familie, Wohnort und eine Verwandtschaftsfrage, die sich hartnäckig hält
Der 71-Jährige ist zum zweiten Mal verheiratet; seine Frau tritt bewusst nicht öffentlich auf. Aus der zweiten Ehe stammt ein Sohn, aus der ersten zwei Töchter – gemeinsam bilden sie eine Patchwork-Familie, in der er längst auch Großvater ist. Als Wohnort wird meist Leipzig beziehungsweise das nahe gelegene Machern genannt, wo er sich der eigenen Aussage nach heimisch fühlt.
Eine Frage taucht in Interviews auffällig oft auf: eine Verwandtschaft zum legendären Heinz Rühmann. Die gibt es nicht. Beide teilen lediglich den Nachnamen und den Beruf, verwandtschaftlich verbindet sie nichts.
Häufig gestellte Fragen (FAQs)
Ist Thomas Rühmann mit Heinz Rühmann verwandt?
Nein. Trotz des gleichen Nachnamens und desselben Berufs besteht keine verwandtschaftliche Verbindung zwischen Thomas Rühmann und der Filmlegende Heinz Rühmann.
Seit wann spielt Thomas Rühmann in „In aller Freundschaft“ mit?
Er verkörpert die Rolle des Dr. Roland Heilmann seit dem Serienstart 1998 durchgehend und zählt damit zu den dienstältesten Hauptdarstellern der ARD-Serie.
Was macht Thomas Rühmann neben dem Schauspiel noch?
Er ist Mitbegründer und künstlerischer Leiter des Theater am Rand in Brandenburg und tritt zusätzlich als Sänger und Gitarrist mit eigenen musikalisch-literarischen Programmen auf.
Wo lebt Thomas Rühmann heute?
Er lebt mit seiner Familie im Raum Leipzig, häufig wird die Gemeinde Machern als aktueller Wohnort genannt.
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